Graham Budgett, 2000


'read, read, read... (pronounced: red, red, red)'

On a trip from West to East Berlin in 1985, I bought 'Words' by Sartre, to enhance my reading of German and to use up some of my Ost-Marks, a useless currency in the West.

I never did read it, in German, or in English. So, here are selections from the book...


'READ, READ, READ'

a concept, text, sculpture, spoken-word artwork

An obsolete early 90's Macintosh Quadra, it's parts formally arranged on the gallery floor to be as sculptural as possible, displaying and speaking a short text (like above) in English, followed by this ersatz 'German' reading from 'Die W├Ârter' by Jean-Paul Sartre.


Lesen. Um das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegte Schlieglich ging ich hin, um mich nachlassig zu entschuldigen. Davon abgesehen natifflich, liebte ich sie, denn sie war meine Grogmutter. Man hatte mich angeleitet, sie Mami zu nermen und das Familienoberhaupt mit seinem elsdssischen Vornamen Karl anzureden. Karl und Mami, das klang besser als Romeo und Julia, als Philemon und Baucis. Hundertmal t5glich wiederholte meine Mutter ganz absichtlich ((Karlundmami)):< <<((Charles, sei doch vorsichtig. Sie werden uns ausweisen, und du hast gar nichts damit erreichtk> Mein Gro9va- ter redet noch lauter. oDas m6chte ich sehen, ob sie mich ausweisen, ich bin hier zu Hausk) Man schiebt mich zu ihm hin, zwischen seine Knie, ich schaue ihn bittend an, er beruhigt sich. >, seufzt er und tdtschelt mir den Kopf mit seinen diirren Fingem. Diese Szenen nehmen mich gegen ihn ein, ohne dag ich mich deshalb fiber die Okkupanten entraste. Obrigens verfehlt Charles nicht, sich in Giinsbach iiber seine Schw5gerin aufzuregen; mehrmals pro Woche wirft er seine Serviette auf den Tisch und verldflt tiirenknal- lend das E9zimmer:dabei ist sie gar keine Deutsche. Nach dern Essen st6hnen und schluchzen wir zu. seinen FiXen, er setzt uns eine eheme Stim entgegen. Man mug dem Urteil meiner Grogmutter zustimmen, die erkldrt:< Obrigens mag ich die Elsdsser nicht besonders gem, denn sie be handeln mich ohne Ehrfurcht, und ich bin nicht drgerlich dariiber, das man sie uns weggenommen hat. Es scheint, dag ich zu oft zu Monsieur Blumenfeld gehe, dern Kolonialwarenhdndler von Pfaffenhofen, und daf? ich ihm. mit Kleinigkeiten Idstig falle. Meine Tante Caroline hat meiner Mutter deshalb gemacht; man setzt mich in Kenntnis; ausnalunsweise sind Louise und ich diesmal Spieggesellen; sie kann die Familie ihres Mannes nicht ausstehen. In dern Hotelzimmer in Stra9burg, wo wir alle versammelt sind, h8re ich grelle und unwahrscheinliche Ti5ne, ich laufe ans Fenster:die Armee! Ich bin fiberghicklich zu sehen, wie Preugen beim Ton dieser kindischen Musik defiliert. Ich klatsche in die Hande. Mein Gro9vater ist auf seinem Stuhl geblieben, er murrt vor sich hin; meine Mutter kommt und f1fistert mir ins Ohr, ich solle vorn Fenster weggehen. Ich gehorche, aber trotze ein bi9chen. Ich verabscheue die Deutschen, aber ohne Oberzeugung. 10brigens kann sich Charles nur eine kleine Prise Chauvinismus lei sten:int Jahre iqi-i haben wir Meudon verlassen und sind nach Paris gezogen, in die rue Le Goff Nr. -i; er hatte in Pension gehen milssen, und damit wir unser Auskommen behielten, hatte er das Institut des Langues Vivantes gegriindet. Dort erteilte man franzasischen Sprachunterricht an Auslander, die zu Besuch nach Paris kamen, mit Hilfe der direkten Methode. Die meisten Schifler kamen aus Deutschland. Sie zablen gut:mein Gro9vater steckt die GoldstUcke, ohne jemals nachzuzahlen, in seine Rocktasche; meine GroBmutter, die an Schlaflosigkeit leidet, schleicht sich nachts in den Flur, urn heimlich ihren ((Zehnten)) zu entnehmen. Kurz gesagt, der Feind halt uns aus; ein deutsch-franzbsischer Krieg widrde uns zwar das Elsag wiedergeben, aber das Institut ruinieren:Karl ist ffir die Erhaltung des Friedens. Augerdem gibt es gute Deutsche, die zu uns zurn Mittagessen kommen:eine stark ger6tete und stark behaarte Romanschriftstellerin, die Louise mit etwas eifersfichtigern. Ucheln als oDulcinea von Charles>> zu bezeichnen pflegt, oder einen kah1ki5pfigen Arzt, der meine Mutter gegen den Tfirpfosten drangt und zu kiissen versucht. Als sie sich darilber schfichtern beklagt, legt mein Gro9vater los:(<(Karlundmami)>:<<<((Charles, sei doch vorsichtig. Sie werden uns ausweisen, und du hast gar nichts damit erreichtk> Mein Gro9va- ter redet noch lauter. oDas m6chte ich sehen, ob sie mich ausweisen, ich bin hier zu Hausk) Man schiebt mich zu ihm hin, zwischen seine Knie, ich schaue ihn bittend an, er beruhigt sich. >, seufzt er und tdtschelt mir den Kopf mit seinen diirren Fingem. Diese Szenen nehmen mich gegen ihn ein, ohne dag ich mich deshalb fiber die Okkupanten entraste. Obrigens verfehlt Charles nicht, sich in Giinsbach iiber seine Schw5gerin aufzuregen; mehrmals pro Woche wirft er seine Serviette auf den Tisch und verldflt tiirenknal- lend das E9zimmer:dabei ist sie gar keine Deutsche. Nach dern Essen st6hnen und schluchzen wir zu. seinen FiXen, er setzt uns eine eheme Stim entgegen. Man mug dem Urteil meiner Grogmutter zustimmen, die erkldrt:< Obrigens mag ich die Elsdsser nicht besonders gem, denn sie be handeln mich ohne Ehrfurcht, und ich bin nicht drgerlich dariiber, das man sie uns weggenommen hat. Es scheint, dag ich zu oft zu Monsieur Blumenfeld gehe, dern Kolonialwarenhdndler von Pfaffenhofen, und daf? ich ihm. mit Kleinigkeiten Idstig falle. Meine Tante Caroline hat meiner Mutter deshalb gemacht; man setzt mich in Kenntnis; ausnalunsweise sind Louise und ich diesmal Spieggesellen; sie kann die Familie ihres Mannes nicht ausstehen. In dern Hotelzimmer in Stra9burg, wo wir alle versammelt sind, h8re ich grelle und unwahrscheinliche Ti5ne, ich laufe ans Fenster:die Armee! Ich bin fiberghicklich zu sehen, wie Preugen beim Ton dieser kindischen Musik defiliert. Ich klatsche in die Hande. Mein Gro9vater ist auf seinem Stuhl geblieben, er murrt vor sich hin; meine Mutter kommt und f1fistert mir ins Ohr, ich solle vorn Fenster weggehen. Ich gehorche, aber trotze ein bi9chen. Ich verabscheue die Deutschen, aber ohne Oberzeugung. 10brigens kann sich Charles nur eine kleine Prise Chauvinismus lei sten:int Jahre iqi-i haben wir Meudon verlassen und sind nach Paris gezogen, in die rue Le Goff Nr. -i; er hatte in Pension gehen milssen, und damit wir unser Auskommen behielten, hatte er das Institut des Langues Vivantes gegriindet. Dort erteilte man franzasischen Sprachunterricht an Auslander, die zu Besuch nach Paris kamen, mit Hilfe der direkten Methode. Die meisten Schifler kamen aus Deutschland. Sie zablen gut:mein Gro9vater steckt die GoldstUcke, ohne jemals nachzuzahlen, in seine Rocktasche; meine GroBmutter, die an Schlaflosigkeit leidet, schleicht sich nachts in den Flur, urn heimlich ihren ((Zehnten)) zu entnehmen. Kurz gesagt, der Feind halt uns aus; ein deutsch-franzbsischer Krieg widrde uns zwar das Elsag wiedergeben, aber das Institut ruinieren:Karl ist ffir die Erhaltung des Friedens. Augerdem gibt es gute Deutsche, die zu uns zurn Mittagessen kommen:eine stark ger6tete und stark behaarte Romanschriftstellerin, die Louise mit etwas eifersfichtigern. Ucheln als oDulcinea von Charles>> zu bezeichnen pflegt, oder einen kah1ki5pfigen Arzt, der meine Mutter gegen den Tfirpfosten drangt und zu kiissen versucht. Als sie sich darilber schfichtern beklagt, legt mein Gro9vater los:(<, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet:sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun:er gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an:Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde:<(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen besag:der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist.