On a trip from West to East Berlin in 1985, I bought Words
by [Jean-Paul] Sartre to enhance my reading of German
and to use up some of my Ost-Marks - a useless currency in the
West.
I never did read it ...in German or in English.
So, here are selections from the book...
_read by a scanner with OPTICAL-CHARACTER-RECOGNITION
_read by a computer with [ENGLISH] TEXT-TO-SPEECH
_read by a listener with a READ
*Please press 'command - J' to commence the reading..."
'READ, READ, READ' IS A SCULPTURE-TEXT-SPEECH
ARTWORK.
An early 90's
Macintosh Quadra, it'sparts arranged on the gallery floor to be as formally
pleasing as possible, displaying the short text above before speaking
it in English,
followed by the longer 'German' reading.
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WEB
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Lesen. Um das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit
allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte
eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte
einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und
zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin
nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens.
Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:
er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine
ausgepr5gten Neigungen besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und
machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit,
dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt
ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne
Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte er sich den
Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit
Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran,
die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er gedachte
sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum,
das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn
an: Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation
fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts,
behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von
Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere:
fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier
eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren,
meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde!
Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen
pflegte Schlieglich ging ich hin, um mich nachlassig zu entschuldigen. Davon
abgesehen
natifflich, liebte ich sie, denn sie war meine Grogmutter. Man hatte mich angeleitet,
sie Mami zu nermen und das Familienoberhaupt mit seinem elsdssischen Vornamen
Karl anzureden. Karl und Mami, das klang besser als Romeo und Julia, als Philemon
und Baucis. Hundertmal t5glich wiederholte meine Mutter ganz absichtlich ((Karlundmami)): <
<<((Charles, sei doch vorsichtig. Sie werden uns ausweisen, und
du hast gar nichts damit erreichtk> Mein Gro9va- ter redet noch lauter. oDas
m6chte ich sehen, ob sie mich ausweisen, ich bin hier zu Hausk) Man schiebt
mich zu ihm hin, zwischen seine Knie, ich schaue ihn bittend an, er beruhigt
sich. >, seufzt er und tdtschelt mir den Kopf mit seinen diirren Fingem.
Diese Szenen nehmen mich gegen ihn ein, ohne dag ich mich deshalb fiber die
Okkupanten entraste. Obrigens verfehlt Charles nicht, sich in Giinsbach iiber
seine Schw5gerin aufzuregen; mehrmals pro Woche wirft er seine Serviette
auf
den Tisch und verldflt tiirenknal- lend das E9zimmer: dabei ist sie gar keine
Deutsche. Nach dern Essen st6hnen und schluchzen wir zu. seinen FiXen, er
setzt
uns eine eheme Stim entgegen. Man mug dem Urteil meiner Grogmutter zustimmen,
die erkldrt: <
Obrigens mag ich die Elsdsser nicht besonders gem, denn sie be handeln mich
ohne Ehrfurcht, und ich bin nicht drgerlich dariiber, das man sie uns weggenommen
hat. Es scheint, dag ich zu oft zu Monsieur Blumenfeld gehe, dern Kolonialwarenhdndler
von Pfaffenhofen, und daf? ich ihm. mit Kleinigkeiten Idstig falle. Meine Tante
Caroline hat meiner Mutter deshalb gemacht; man setzt mich in
Kenntnis; ausnalunsweise sind Louise und ich diesmal Spieggesellen; sie kann
die Familie ihres Mannes nicht ausstehen. In dern Hotelzimmer in Stra9burg,
wo wir alle versammelt sind, h8re ich grelle und unwahrscheinliche Ti5ne, ich
laufe ans Fenster: die Armee! Ich bin fiberghicklich zu sehen, wie Preugen
beim
Ton dieser kindischen Musik defiliert. Ich klatsche in die Hande. Mein Gro9vater
ist auf seinem Stuhl geblieben, er murrt vor sich hin; meine Mutter kommt und
f1fistert mir ins Ohr, ich solle vorn Fenster weggehen. Ich gehorche, aber
trotze
ein bi9chen. Ich verabscheue die Deutschen, aber ohne Oberzeugung. 10brigens
kann sich Charles nur eine kleine Prise Chauvinismus lei sten: int Jahre iqi-i
haben wir Meudon verlassen und sind nach Paris gezogen, in die rue Le Goff
Nr.
-i; er hatte in Pension gehen milssen, und damit wir unser Auskommen behielten,
hatte er das Institut des Langues Vivantes gegriindet. Dort erteilte man franzasischen
Sprachunterricht an Auslander, die zu Besuch nach Paris kamen, mit Hilfe der
direkten Methode. Die meisten Schifler kamen aus Deutschland. Sie zablen gut:
mein Gro9vater steckt die GoldstUcke, ohne jemals nachzuzahlen, in seine Rocktasche;
meine GroBmutter, die an Schlaflosigkeit leidet, schleicht sich nachts in den
Flur, urn heimlich ihren ((Zehnten)) zu entnehmen. Kurz gesagt, der Feind halt
uns aus; ein deutsch-franzbsischer Krieg widrde uns zwar das Elsag wiedergeben,
aber das Institut ruinieren: Karl ist ffir die Erhaltung des Friedens. Augerdem
gibt es gute Deutsche, die zu uns zurn Mittagessen kommen: eine stark ger6tete
und stark behaarte Romanschriftstellerin, die Louise mit etwas eifersfichtigern.
Ucheln als oDulcinea von Charles>> zu bezeichnen pflegt, oder einen kah1ki5pfigen
Arzt, der meine Mutter gegen den Tfirpfosten drangt und zu kiissen versucht.
Als sie sich darilber schfichtern beklagt, legt mein Gro9vater los: (<(Karlundmami)>: <<<((Charles, sei doch vorsichtig. Sie werden uns ausweisen, und
du hast gar nichts damit erreichtk> Mein Gro9va- ter redet noch lauter. oDas
m6chte ich sehen, ob sie mich ausweisen, ich bin hier zu Hausk) Man schiebt
mich zu ihm hin, zwischen seine Knie, ich schaue ihn bittend an, er beruhigt
sich. >, seufzt er und tdtschelt mir den Kopf mit seinen diirren Fingem.
Diese Szenen nehmen mich gegen ihn ein, ohne dag ich mich deshalb fiber die
Okkupanten entraste. Obrigens verfehlt Charles nicht, sich in Giinsbach iiber
seine Schw5gerin aufzuregen; mehrmals pro Woche wirft er seine Serviette auf
den Tisch und verldflt tiirenknal- lend das E9zimmer: dabei ist sie gar keine
Deutsche. Nach dern Essen st6hnen und schluchzen wir zu. seinen FiXen, er setzt
uns eine eheme Stim entgegen. Man mug dem Urteil meiner Grogmutter zustimmen,
die erkldrt: <
Obrigens mag ich die Elsdsser nicht besonders gem, denn sie be handeln mich
ohne Ehrfurcht, und ich bin nicht drgerlich dariiber, das man sie uns weggenommen
hat. Es scheint, dag ich zu oft zu Monsieur Blumenfeld gehe, dern Kolonialwarenhdndler
von Pfaffenhofen, und daf? ich ihm. mit Kleinigkeiten Idstig falle. Meine Tante
Caroline hat meiner Mutter deshalb gemacht; man setzt mich in
Kenntnis; ausnalunsweise sind Louise und ich diesmal Spieggesellen; sie kann
die Familie ihres Mannes nicht ausstehen. In dern Hotelzimmer in Stra9burg,
wo wir alle versammelt sind, h8re ich grelle und unwahrscheinliche Ti5ne, ich
laufe ans Fenster: die Armee! Ich bin fiberghicklich zu sehen, wie Preugen
beim
Ton dieser kindischen Musik defiliert. Ich klatsche in die Hande. Mein Gro9vater
ist auf seinem Stuhl geblieben, er murrt vor sich hin; meine Mutter kommt und
f1fistert mir ins Ohr, ich solle vorn Fenster weggehen. Ich gehorche, aber
trotze
ein bi9chen. Ich verabscheue die Deutschen, aber ohne Oberzeugung. 10brigens
kann sich Charles nur eine kleine Prise Chauvinismus lei sten: int Jahre iqi-i
haben wir Meudon verlassen und sind nach Paris gezogen, in die rue Le Goff
Nr.
-i; er hatte in Pension gehen milssen, und damit wir unser Auskommen behielten,
hatte er das Institut des Langues Vivantes gegriindet. Dort erteilte man franzasischen
Sprachunterricht an Auslander, die zu Besuch nach Paris kamen, mit Hilfe der
direkten Methode. Die meisten Schifler kamen aus Deutschland. Sie zablen gut:
mein Gro9vater steckt die GoldstUcke, ohne jemals nachzuzahlen, in seine Rocktasche;
meine GroBmutter, die an Schlaflosigkeit leidet, schleicht sich nachts in den
Flur, urn heimlich ihren ((Zehnten)) zu entnehmen. Kurz gesagt, der Feind halt
uns aus; ein deutsch-franzbsischer Krieg widrde uns zwar das Elsag wiedergeben,
aber das Institut ruinieren: Karl ist ffir die Erhaltung des Friedens. Augerdem
gibt es gute Deutsche, die zu uns zurn Mittagessen kommen: eine stark ger6tete
und stark behaarte Romanschriftstellerin, die Louise mit etwas eifersfichtigern.
Ucheln als oDulcinea von Charles>> zu bezeichnen pflegt, oder einen kah1ki5pfigen
Arzt, der meine Mutter gegen den Tfirpfosten drangt und zu kiissen versucht.
Als sie sich darilber schfichtern beklagt, legt mein Gro9vater los: (<, machte rasch Karriere: fiber MAcon und
Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier eine Rede,
die
dann gedruckt wurde: <(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren, meine lieben
Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen werde! Ober die
Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen
pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar
dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung:
da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne
die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles.
Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach.
Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens.
Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:
er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine
ausgepr5gten Neigungen besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor
und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam
so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen
Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren;
die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte
er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten
mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht
daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er
gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum,
das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die
Gymnasiallaufbahn an: Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb
eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode
des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte
unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>,
machte rasch Karriere: fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei
der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister,
meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten,
worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche
Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im
Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden.
Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete,
die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie
sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und
lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die
Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste
beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem: er wurde Geschdftsmann und
stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen
besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen
zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen
Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles
hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters
hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen
und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse
zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter
wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er gedachte sich aber einer gemilderten
Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit
Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an: Charles
beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans
Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete
spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur
Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere: fiber
MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier
eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren,
meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen
werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei
den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu
grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte
eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen,
sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten,
und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin
nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens.
Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:
er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine
ausgepr5gten Neigungen besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor
und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam
so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen
Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren;
die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte
er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten
mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht
daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er
gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum,
das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die
Gymnasiallaufbahn an: Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb
eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode
des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte
unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>,
machte rasch Karriere: fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei
der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister,
meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten,
worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche
Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im
Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden.
Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete,
die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie
sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und
lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die
Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste
beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem: er wurde Geschdftsmann und
stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen
besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen
zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen
Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles
hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren; die schbne Geste des Vaters
hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte er sich den Geschmack am Erhabenen
und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten mit Hilfe kleiner Ereignisse
zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht daran, die Berufung, unter
wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er gedachte sich aber einer gemilderten
Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum, das die Beschdftigung mit
Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die Gymnasiallaufbahn an: Charles
beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb eine Dissertation fiber Hans
Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode des Sprachunterrichts, behauptete
spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte unter Mitarbeit von Monsieur
Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>, machte rasch Karriere: fiber
MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei der jahresabschluf?- feier
eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister, meine Da- men, meine Herren,
meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten, worb er ich heute sprechen
werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche Gelegenheitsgedichte. Bei
den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im Elsag ein Lehrer mit allzu
grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden. Dieser Abtriinnige wollte
eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete, die Kbpfe zu erhellen,
sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie sollte einen Pastor erhalten,
und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte und lief statt dessen einer Zirkusreiterin
nach. Man drehte sein Bild gegen die Wand und verbot die Erwalmung seines Namens.
Wer kam nun an die Reihe? Auguste beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem:
er wurde Geschdftsmann und stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine
ausgepr5gten Neigungen besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor
und machte ihn im Handumdrehen zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam
so weit, dag er seinerseits einen Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen
Laufbahn bekarmt ist. Aber Charles hatte seine Kunstreiterin aus dem Auge verloren;
die schbne Geste des Vaters hatte ihn gezeichnet: sein Leben lang be- wahrte
er sich den Geschmack am Erhabenen und setzte seinen Eifer darein, groge Begebenheiten
mit Hilfe kleiner Ereignisse zu fabrizie- ren. Wie man sieht, dachte er nicht
daran, die Berufung, unter wel- cher die Familie stand, von sich abzutun: er
gedachte sich aber einer gemilderten Form der Geistigkeit zu widmen, einem Priestertum,
das die Beschdftigung mit Kunstreiterinnen nicht ausschlog. Da bot sich die
Gymnasiallaufbahn an: Charles beschlof?, Deutschlehrer zu wer- den. Er schrieb
eine Dissertation fiber Hans Sachs, entschied sich ffir die direkte Methode
des Sprachunterrichts, behauptete spater, er habe sie erfunden; er verbffentlichte
unter Mitarbeit von Monsieur Simon- not ein gesch5tztes ~Deutsches Lesebuch>,
machte rasch Karriere: fiber MAcon und Lyon nach Paris. In Paris hielt er bei
der jahresabschluf?- feier eine Rede, die dann gedruckt wurde: <(Herr Minister,
meine Da- men, meine Herren, meine lieben Kinder, Sie werden niemals erraten,
worb er ich heute sprechen werde! Ober die Musik!>> Er machte vor- ziigliche
Gelegenheitsgedichte. Bei den Familientagen pflegteUm das jahr -1850 lieB si&im
Elsag ein Lehrer mit allzu grof?er Kinderschar dazu herab, Krdmer zu werden.
Dieser Abtriinnige wollte eine Kompensierung: da er selbst darauf verzichtete,
die Kbpfe zu erhellen, sollte einer der S6hne die Seelen lenken; die Familie
sollte einen Pastor erhalten, und zwar Charles. Charles machte Ausfliichte
und
lief statt dessen einer Zirkusreiterin nach. Man drehte sein Bild gegen die
Wand und verbot die Erwalmung seines Namens. Wer kam nun an die Reihe? Auguste
beeilte sich, dem vaterlichen Opfer nachzueifem: er wurde Geschdftsmann und
stand sich gut dabei. Blieb nur noch Louis, der keine ausgepr5gten Neigungen
besag: der Vater nahm sich d h, en ru gen jungen vor und machte ihn im Handumdrehen
zum Pfarrer. Louis trieb sphter den Gehorsam so weit, dag er seinerseits einen
Pastor erzeugte, Albert Schweitzer, dessen Laufbahn bekarmt ist.